Muss ich alle meine Maschinenteile digitalisieren und der KI antrainieren?

Immer wenn wir das Prinzip von Ersatzteilerkennung per Smartphone App vorstellen, werde ich von Product Managern und Aftermarket Verantwortlichen gefragt:

„Unsere Maschine besteht aus über 70.000 Teilen und das ist aber ziemlich viel Aufwand ALLE Teile anzulernen.“

Und ja, ein bisschen kann ich diesen Schreck der Verantwortlichen verstehen, aber wenn man genauer hinschaut, dann sieht die Angelegenheit deutlich entspannter aus.

 

Nur 10 % der Maschinenteile sind in der Regel überhaupt zugänglich. 

Rein physikalisch werden die Service Techniker gar nicht jedes Teil erreichen, ohne die Maschine komplett zu zerlegen. Daher rate ich unseren Kunden nur die Teile, die einfach zugänglich sind in ihre Überlegungen einzubeziehen.

 
Nur 50 % der zugänglichen Maschinenteile sind in der Regel mindestens einmal bestellt worden.
Im Rahmen von ABC Analysen kann man sehr leicht feststellen, ob diese Maschinenteile überhaupt eine Rolle spielen. Interessanterweise entdeckt man hierbei auch das ein oder andere Osterei, da die Kunden gewisse Teile einfach noch nie als Originalteil nachbestellt haben. Je nach Klassifizierung der Maschinenteile (Verschleißteil, Zubehör, Ersatzteil, etc.) kann hier priorisiert werden.

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50 % der zugänglichen und bereits einmal bestellten Maschinenteile sind einfach über eine Nummer identifizierbar.

Nur weil wir Ersatzteile als Objekt erkennen können, heißt das nicht, dass wir herkömmliche Methoden wie Nummern, Barcodes, Gravuren usw. ignorieren. Wir sehen die KI-Ansätze eher als Ergänzung als eine Alternative zu den herkömmlichen Alternativen, da der Confidence Score durch zusätzliche Merkmale erhöht wird. Bei eindeutigen Identifikationsmerkmalen wie Barcode- oder Nummernerkennung sprechen wir von einer 100 % Sicherheit. Wenn Bereiche der Nummer beschädigt oder verdeckt sind, dann werden die Merkmale dementsprechend gewichtet.


Die Summe aller Maschinenteile ist kleiner als die Summe aller Artikelnummern.

Der Anteil der Fremd- Zukaufteile liegt zwischen 70-90 %. Wir digitalisieren nach und nach alle öffentlich verfügbaren Maschinenteile. Gerne setzen wir uns mit ihrer Produktentwicklung zusammen, um das Thema Zukaufteile zu erarbeiten.

Selbst von 70.000 Maschinenteilen bleiben dann häufig nur 500-1000 Maschinenteile, die im Rahmen von Trainings antrainiert werden. Der Aufwand ist überschaubar und die Confidence Scores dementsprechend gut. Barcodes, Nummern und andere Identifikationsmerkmale sind nach wie vor gefragte Hinweisgeber und nichts ist so sicher wie eine eindeutige ID.

Neben allen KI-Ansätzen helfen gesunder Menschenverstand und das Pareto-Prinzip, um Aufwände zu minimieren.

Wir haben für sie auf den Webseiten www.sparepartrecognition.com und www.ersatzteilerkennung.de weitere Informationen bereitgestellt.

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